Sinkende Temperaturen in den Werkshallen und eine veränderte Luftfeuchtigkeit sind eine harte Belastungsprobe für die Industrieautomatisierung. Wenn der Winter einzieht, häufen sich Störungen, die im Sommer kaum eine Rolle spielen. Wer die Schwachstellen kennt, kann teure Stillstände vermeiden.
Inhaltsverzeichnis
Hier sind die 5 Komponenten, die im Winter besonders anfällig sind:
1. Pufferbatterien und Akkumulatoren
Es ist ein physikalisches Gesetz: Kälte verringert die Kapazität von Batterien. In vielen SPS-Steuerungen und Antrieben dienen Batterien dazu, Programmdaten und Konfigurationen bei einem Stromausfall zu stützen.
Das Problem: Wenn die Heizung über das Wochenende gedrosselt wird, sinkt die Spannung der bereits schwachen Batterien unter den kritischen Wert.
Die Folge: Beim Neustart am Montagmorgen ist das Programm gelöscht oder die Steuerung geht auf "Error".
2. Elektrolytkondensatoren in Frequenzumrichtern
Frequenzumrichter und Netzteile reagieren empfindlich auf extreme Temperaturunterschiede. Elektrolytkondensatoren können bei niedrigen Temperaturen ihre Kapazität verändern oder bei plötzlicher Erwärmung (Einschalten der Anlage in kalter Halle) beschädigt werden.
Das Problem: Kondensatoren "altern" im Winter schneller durch die thermische Belastung beim Aufwärmen.
Die Folge: Kurzschlüsse im Zwischenkreis oder unerklärliche Fehlermeldungen beim Hochfahren der Antriebe.
3. Druckluft- und Pneumatiksysteme
Winterzeit ist die Zeit der Kondenswasserbildung. Wenn warme Druckluft in kalten Leitungen abkühlt, schlägt sich Feuchtigkeit nieder.
Das Problem: Das Wasser im System kann gefrieren oder Ventile korrodieren lassen. Zudem werden Dichtungen bei Kälte spröde und hart.
Die Folge: Undichte Zylinder, hängende Ventile und ein massiv erhöhter Energieverbrauch durch Leckagen.
4. Optische Sensoren und Lichtschranken
Im Winter kämpfen Fabriken oft mit zwei Phänomenen: Nebelbildung (durch Temperaturunterschiede) und vermehrtem Staub durch Heizgebläse.
Das Problem: Auf den Optiken bildet sich ein feiner Feuchtigkeits- oder Staubfilm, der den Lichtstrahl bricht.
Die Folge: Die Anlage stoppt ständig wegen vermeintlicher Hindernisse oder Fehlmessungen, was den Produktionsfluss massiv stört.
5. Schmierstoffe und mechanische Führungen
Fette und Öle verändern bei Kälte ihre Viskosität – sie werden zäher.
Das Problem: Motoren müssen beim Anlaufen einen deutlich höheren Widerstand überwinden. Führungen von Robotern oder Portalen laufen „eckig“.
Die Folge: Überlastungsmeldungen der Servomotoren (Overload) und ein erhöhter mechanischer Verschleiß an Riemen und Lagern.
Vorbereitet durch den Winter
Die meisten dieser Probleme lassen sich durch eine gezielte Inspektion vor dem ersten Frost vermeiden. Prüfen Sie Batteriestände, entwässern Sie Ihr Druckluftsystem und stellen Sie sicher, dass kritische Ersatzteile – insbesondere Umrichter und Steuerungen - sofort verfügbar sind. Partner wie Automation Trader helfen Ihnen dabei, die passende Hardware schnell zur Hand zu haben, damit der Winter keine Zwangspause für Ihre Produktion bedeutet.







